unsere Weinberge
Unsere Weinberge finden sich in den aneinander grenzenden Gemarkungen der Gemeinden Burgen, Veldenz und Wintrich. Veldenz und Burgen sind zwei Ortsgemeinden der historisch und landschaftschaftlich äußerst interessanten und reizvollen Grafschaft Veldenz
Wintrich liegt direkt an der Mosel und unsere Wintricher Rebflächen liegen in Sichtweite des Mosellaufs und sind dadurch auch klimatisch durch den Einfluss der großen Wasserfläche geprägt. Das Wasser wirkt dämpfend auf extreme Temperaturen, kann aber durch die erhöhte Neigung zu Nebelwetterlagen im Spätsommer in manchen Jahren den Befall durch Botrytis begünstigen. Der Botrytispilz ist ein ambivalenter Begleiter des Weinbaus. Tritt er zu früh auf, löst er die unerwünschte Sauerfäule auf aus. Sehr spät bei reifen Trauben führt er zur so genannten Edelfäule und ermöglicht die Gewinnung grandioser Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen.
Burgen und Veldenz liegen ca. 2 km südöstlich des heutigen Mosellaufs am Rande einer früheren Urstromschleife des Moseltals. Die Bachläufe des Frohnbachs in Burgen und des Hinterbachs in Veldenz haben auf dem Talboden den Platz des früheren Mosellaufs eingenommen. Die Burgener und Veldenzer Rebflächen weisen gegenüber den Wintricher Flächen einen geringfügigen Vegetationsrückstand auf. Dieser vermeintliche Nachteil wird jedoch aufgewogen durch die im Spätsommer und Frühherbst selteneren Nebelwetterlagen, die es uns ermöglichen, hier in der Regel etwas später zu lesen.
Die oft geführte Diskussion über die vermeintlich beste Lagen ist müßig. Jeder Standort verfügt über spezifische kleinklimatische und bodenkundliche Gegebenheiten, die sich in Abhängigkeit von der jeweiligen Jahreswitterung sowohl vorteilhaft als auch nachteilig erweisen können. Die Kunst des Winzers besteht unter anderem darin, die diffizilen Wechselwirkungen zwischen Standort und Jahreswitterung zu erkennen und seine anbautechnischen Maßnahmen im Rahmen der Bodenpflege, Rebenerziehung und Stockarbeiten unter Berücksichtigung der Rebsorte und des gewünschten Weintyps darauf abzustimmen. Demnach kann auch die gleiche Bewirtschaftungsmaßnahme sich unter bestimmten Bedingungen als sinnvoll und in anderen Fällen auch als kontraproduktiv erweisen. Die spezifischen Eigenschaften eines Standortes können sich demnach in Abhängigkeit vom Jahrgang, der Sorte und den Zielvorstellungen im Hinblick auf den Weintyp sowohl als vorteilhaft wie auch als problematisch erweisen.

Gleichwohl ist nicht jeder Standort für jede Sorte gleich gut geeignet. Charakteristische Moselrieslinge wachsen insbesondere in unseren warmen Schiefersteillagen. Der dort dominierende Schiefer ist aus dem Sediment eines urzeitlichen Meeres in der Epoche des Devons entstanden und wird daher auch als Devonschiefer bezeichnet. Die Steinanteile können mitunter Ausmaße erreichen, bei denen man zweifeln könnte, ob dort überhaupt noch etwas wachsen kann. Gerade diese Standorte lassen aber grandiose Rieslinge gedeihen, während sie für andere Sorten durchaus ein Problem darstellen können.